Tag 1 (18.2.05) Abflug
Endlich ist der Tag gekommen an dem wir unsere lang ersehnte Reise antreten. Warum gerade die Philippinen, fragten uns viele. Die Antwort wussten wir eigentlich auch nicht so genau. Da wir aber Thailand bereits gebucht hatten und uns der Tsunami einen Strich durch die Rechnung machte suchten wir halt nach einer Alternative. Irgendwo wo es schön warm und ruhig ist, ohne Ramba Zamba, mit freundlichen Menschen aber keine Strandverkäufer, klares Wasser, weisse Strände, kurzfristig buchbar und das ganze natürlich so billig wie möglich. Nach tagelanger Internetrecherchen sind wir irgendwann auf Panglao, eine kleine Insel der Visayas mitten in den Philippinen gestossen. Trotz Terroristenwarnungen und Erdbebengefahr haben wir uns für dieses Abenteuer entschlossen.
Das Abenteuer begann auch gleich am Check In Schalter des Flughafen Zürich. Für die Philippinen braucht man kein Visum wenn der Aufenthalt nicht länger wie 21 Tage dauert. Da unser Aufenthalt aber für 22 Tage gebucht war wollte uns die nette Emirates-Dame doch tatsächlich zuerst nicht reisen lassen. Was Madame Emirates aber nicht wusste ist dass der Einreise- sowie der Abreisetag als ein Tag gilt. Da hat sich doch die Anschaffung des fast 1000seitigen Reiseführers von Jens Peters bereits am ersten Tag gelohnt.
Tag 2 (19.2.05) Manila
Mit einem Zwischenstopp in Dubai sind wir nach nach mittlerweile 18 Stunden Flugzeit in Manila angekommen. Hier müssen wir eine Nacht bleiben um am nächsten Morgen den letzten Flug nach Bohol anzutreten. Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch verliessen wir den Flughafen um ein Taxi zu suchen das uns ins Hotel Intercontinental fährt. Mulmig weil wir doch schon einige Horrorgeschichten über Manila und nicht nur seine Taxifahrer gehört und gelesen hatten. Ausser dem zu hohen Preis für das Taxi (750 Peso / 12 Euro) klappte dann aber doch alles recht gut. Sprachlos sassen wir im Taxi und bestaunen zum ersten Mal den aussergewöhnlichen Fahrstil durch den unglaublich dichten Verkehr Manilas. Jede Lücke, und ist sie noch so klein, wird gnadenlos ausgenutzt. Fahrstreifen, Bodenmarkierungen und Ampeln haben für die Philippinos keine Bedeutung. Bremslichter funktionieren nur selten, stattdessen wird nonstop gehupt was das Zeug hält. Doch zum Verkehr später noch mehr.
Im Hotel angekommen wunderten wir uns über das grosse Sicherheitsaufgebot. Schon bei der Zufahrt zum Hotel wurde unser Taxi von zwei Polizisten durchsucht und am Eingang wurden wir einer gründlichen Personenkontrolle unterzogen. Sogar unser Gepäck wurde von Hunden abgeschnüffelt. Offenbar herrscht grosse Angst vor Anschlägen. Ein abendlicher Rundgang durch den belebten Stadtteil Makita gab uns weitere Eindrücke dieser chaotischen 10 Mio-Stadt. Es ist drückend heiss und der Lärm und die Abgase machen einem schnell zu schaffen.

Tag 3 (20.2.05) Ankunft auf Panglao
Heute war bereits um 5:30 Uhr Aufstehen angesagt. Erneut an zahlreichen Sicherheitskontrollen vorbei, sassen wir um 11:00 Uhr endlich im Flugzeug das uns auf unsere Trauminsel gebracht hat. Gut eine Stunde später landeten wir in Tagbilaran, die Hauptstadt der Insel Bohol. Der Flughafen besteht nur aus einem kleinen Gebäude welches eher einer Baracke gleicht. Die Koffer wurden alle einzeln von Hand auf einen Karren gepackt und vor das Flughafengebäude gerollt. Sofort stürzten sich alle Passagiere gleichzeitig auf die Gepäckstücke und rissen diese vom Karren herunter. Riesen Chaos auch bei Ausgang. Dort warteten eine ganze Horde einheimischer Taxi- und Tricyclefahrer die mit riesigem Geschrei um die Gunst der Neuankömmlinge feilschten. Jeder hatte natürlich den "besten Preis" für die Fahrt zum Hotel. Im Angebot waren Minivans, Taxis und haufenweise Tricycles, umgebaute 2-Takt Mofas mit einer Art Seitenwagen. Wir haben uns für die Minivan-Variante entschieden und diesen zusammen mit zwei deutschen Touristen geteilt. Nachdem der Preis von 600 auf 300 Peso (4.80 Euro) runtergehandelt war konnte es dann endlich losgehen. Die Fahrt dauerte eine gute halbe Stunde und war noch um Längen haarsträubender als die in Manila. Vollgas vorbei an kleinen Kinder, Hunden und Hühnern überholten wir alles was uns im Weg war und nicht so laut hupen konnte wie wir. Nichts für schwache Nerven! Wir überquerten die südliche der zwei Brücken die Bohol mit der kleinen Insel Panglao verbinden und erreichen bald unbeschadet unser Resort Sun Apartelle. Nach einem sehr freundlichen und unkompliziertem Empfang haben wir nun unser Zimmer für die nächsten drei Wochen bezogen. Wir haben Zimmer 8, ein sehr geräumiges Appartement mit grossem Doppelbett, DU/WC, Küche und Balkon von dem aus man einen sehr schönen Blick auf die tropische Gartenanlage hat. Wir richteten uns kurz ein und gingen nach einem Welcomedrink sofort und voller Spannung an den etwa 5 Minuten entfernten Alona Beach. Der Weg führte vorbei an kleinen einheimischen Restaurants und Bars. Wir waren zu dem Zeitpunkt fast die einzigen Europäer am Strand und die Philippinos schauten uns nach als kämen wir vom Mond. Etwas unbehaglich checkten wir dann zuerst die rechte Seite des Strandes ab was sich als Fehler herausstellte. In Erwartung einen maledivenähnlichen Beach zu sehen waren wir schon etwas enttäuscht. Das Wasser war wegen Bewölkung, Ebbe und Seegras nicht türkisblau sondern eher dunkelgrau. Dazu kamen die glotzenden Philippinos, überall diese komischen Gerüche und wir fragten uns was wir hier 3 Wochen lang machen wollen. Unsere Stimmung steigt jedoch schnell wieder als wir die linke Seite des Alona Beach erkundeten. Dort fanden wir dann auch den breiten, weissen und menschenleeren Sandstrand, die hohen Palmen und etwas weniger Seegras. Für den ersten Eindruck waren wir wohl einfach am zur falschen Zeit am falschen Ort. Den rechten Strandabschnitt haben wir die ganzen drei Wochen nicht mehr betreten. Den Abend haben wir im Restaurant unseres Resorts verbracht wo wir ein gemütliches Nachtessen genossen und zum ersten mal auch zwei andere Hotelgäste gesehen haben.
Tag 4 (21.2.05) Ausschlafen
Nach der langen Anreise war heute erst mal ausschlafen angesagt. Das Frühstück im Hotel war vorzüglich, es gab sogar Croissants. Zum Glück ist hier alles etwas unkomplizierter und es gibt keine fixen Zeiten für Frühstück. So kann man auch am Nachmittag noch Frühstücken und es wird sogar auf Wunsch aufs Zimmer oder an den Pool serviert. Später begaben wir uns erneut an den Alona Beach, natürlich an den schönen Teil, um da nochmals ein paar Stunden zu schlafen. Die Zeitverschiebung von sieben Stunden und die tropische Hitze (ca 35°C) machten uns doch sehr müde. Gegen Abend nahmen wir noch die Dienste einiger einheimischen Masseusen in Anspruch die täglich am Strand nach Kundschaft suchen. Eine Ganzkörpermassage von einer vollen Stunde kostet gerade mal 250 Peso (4.00 Euro) und ist im Schatten der Palmenblätter sehr angenehm. Zurück im Hotel erkundeten wir uns nach einem fahrbaren Untersatz um die Insel zu erkunden. Boris, der Eigentümer des Resorts, stellte uns einen Motorroller von Honda im endurostyle für die nächsten 20 Tage zur Verfügung. Auch hier wieder eine völlig unkomplizierte Abwicklung ohne Formalitäten, Unterschriften, Kautionen oder Versicherungen. Irgendwie kam es uns vor als hätte nun ein Angestellter für 3 Wochen seinen eigenen Roller an uns abgeben müssen. Unschlagbar ist auch der Preis von 300 Peso pro Tag (4.80 Euro). Abendessen gab's heute in der Oops-Bar die einem Schweizer gehört und direkt am schönen Alona Beach liegt.
Tag 5 (22.2.05) Erster Kurztrip Doljo Beach
Da wir nun mobil waren haben wir heute begonnen unsere Insel zu erkunden. Als erstes suchten wir die einzigste Tankstelle auf Panglao um unser Roller zu tanken. Wir mussten 3 mal anhalten und die Einheimischen nach dem Weg fragen. Endlich an der Tankstelle angekommen winkte uns ein junger Kerl an die Zapfsäule und begann den Roller zu betanken. Full? Fragte er, obwohl nur etwa 5 Liter Benzin im Tank platz fanden und der Liter nur 38 Peso (0.60 Euro) kostet. An der Tankstelle war reges Treiben und weil wir mal wieder die einzigen Europäer weit und breit waren, sind wir schnell zum Gesprächsthema Nr. 1 geworden. Wir fuhren weiter an der Westküste der Insel zum Doljo Beach wo sich das neue Palm Island Beach Resort und das luxuriösere Ananyana Resort befindet. Im Ananyana haben wir sehr gut gegessen und zum Dessert erstmals Ube gekostet. Eine philippinische Eiscream die aus Süsskartoffeln hergestellt wird. Auf der Retourfahrt ging es vorbei an einer Hahnenkampfarena und auf den Strassen begegneten wir sehr vielen Kindern. Wie wir später erfahren haben sind 50% der Inselbewohner unter 14 Jahren jung. Den ersten Ausflug mit unserem Roller haben wir gut überstanden obwohl uns wegen der holprigen Strassen der Hintern etwas weh tat. Am Abend gingen wir zum ersten Mal ins Alona Tropical welches später zu unserem Lieblingsrestaurant gehörte. Ein wunderschönes, traditionelles Haus direkt am Strand. Essen kann man bei Kerzenlicht unmittelbar am Wasser während man mit den Füssen im kühlen Sand scharren kann. An diesem Abend machten wir auch noch eine Begegnung einer giftigen, etwa 1 Meter langen Seeschlange welche hier öfters gesehen werden.
Tag 6 (23.2.05) Die Stadt Tagbilaran
Heute haben wir uns mit dem Hondaroller in die Stadt Tagbilaran gewagt. Wie schon erwähnt ist Tagbilaran ist die Hauptstadt der Insel Bohol und liegt gleich bei den beiden Brücken zur Insel Panglao. Hier geht es absolut chaotisch zu und her. Auf der Carlos P. Garcia Avenue suchen sich hunderte von lärmenden Tricycles den Weg durch den dichten Verkehr. Lastwagen, Busse und Jeepneys tragen ebenfalls zu dem unglaublichen Verkehrschaos bei und mitten drin sind wir mit unserem Roller. Hier gilt es die gelernten Verkehrsregeln zu vergessen und sich stattdessen schnell an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Zum Überholen beispielsweise statt die Blinker nur die Hupe benutzen. Auf Blinker achtet hier niemand. Nie anhalten, schon gar nicht für Fussgänger die die Strasse überqueren. Immer alles überholen und umfahren damit der Verkehr flüssig beliebt, rechts oder links ist dabei egal. Um in eine Strasse einzubiegen, und ist der Verkehr noch so dicht, einfach drauflos fahren und einfädeln. Ich habe mich mit dem philippinischen Fahrstil schnell angefreundet obwohl Diana auf dem Rücksitz manchmal verdächtig ruhig war. Neben dem Verkehr und dem Lärm ist auch die Luft fast unerträglich dreckig und drückend heiss. Etwas Erholung brachte da der Besuch im klimatisierten BQ Shoppingcenter direkt an der C.P.G.. Avenue. Ein Mehrstöckiges Gebäude mit zig Shops und Boutiquen. Im Supermarkt kauften wir die nötigsten Sachen für unsere Küche ein und studierten amüsiert und als einzige Touristen die einheimischen Produkte. Plötzlich ertönte aus den Lautsprechern eine Männerstimme und sprach ein Gebet. Alle Leute blieben sofort stehen und rührten sich nicht mehr von der Stelle. Um nicht aufzufallen, was wir wahrscheinlich eh schon waren, blieben wir ebenfalls regungslos stehen und schauten dem bizarren Treiben zu. Diana flüsterte mir in Ohr dass sie so was im Jens Peters Reiseführer gelesen hatte und es sicher bald vorbei wäre. Und tatsächlich nach etwa 5 Minuten war der Spuk vorbei und alle setzen sich wieder ganz selbstverständlich in Bewegung.
Am Abend sind wir im Kew Resort am Alona Beach essen gegangen. Das Kew war eines der ersten Restaurants hier und es gab vorzüglichen Seafood. Gleich nebenan war eine kleine klapprige Bar an der wir uns noch ein Feierabendbier, einen so genannten Schlummi reinzogen. Dabei lernten wir den Schweizer Willi kennen der uns seine ganze Lebensgeschichte erzählte. Später kam noch ein Philippino mit einer Gitarre vorbei und unterhielt noch mit einigen Songs. Eigentlich ein sehr gelungener Abend wenn nicht noch unser Portemonnaie gestohlen worden wäre. Naja vielleicht habe ich es auch verloren. Die Kreditkarte war jedenfalls schnell gesperrt und wegen der paar Pesos lassen wir uns nicht die Ferien vermiesen.

Tag 7 (24.2.05) Libaong Beach
Mit dem gestrigen Einkauf in Tagbilaran war unser Kühlschrank nun gerüstet für ein Frühstück auf dem Balkon. Nur die Croissants mussten wir im Restaurant rasch holen gehen. Den Tag verbrachten wir am Libaong Beach der etwa 2 km östlich vom Alona Beach liegt. Hier befindet sich auch das Dumaluan Beach Resort und der exklusive Bohol Beach Club. Ab heute ist der Libaong Beach unser Lieblingsstrand denn er erstreckt sich über mehrere Kilometer, ist schneeweiss, extrem breit und das Wasser ist glasklar und türkisblau. Unter den Palmen kann man wunderbar relaxen und trotz der beiden Resorts ist so gut wie keine Menschenseele zu sehen. Auch kulinarisch war heute wieder ein Fest. Im Dumaluan Beach Resort gab es Shrimps mit Sesam paniert, vorzüglich! Am Abend waren wir im Kamalig, einem Italiener gleich bei uns um die Ecke. Wie jede Nacht sitzen wir auch heute wieder auf dem Balkon, trinken unser San Miguel Schlummi und hören den zirpenden Grillen zu. Der beleuchtete tropische Garten im Resort wirkt in der Nacht sehr romantisch und wir können uns kaum vorstellen dass es in der Schweiz zur Zeit über 50°C kälter ist!
Tag 8 (25.2.05) Der Norden Panglaos
Heute sind wir einfach mal so mit dem Roller über die Insel gebraust. Der Versuch den Hinag Danan Cave im Norden der Insel zu finden ist leider fehlgeschlagen. Die Philippinos sollten wirklich mal ein bisschen Geld in Strassenschilder investieren. Weiter an der Nordküste Panglaos haben wir uns den Momo Beach angeschaut, nicht sehr spektakulär wie sich herausstellte. Doch da war ein kleines einheimisches Fischerhäuschen aus dem Musik von einem Radio erklang. Ein kleines Kind sang lautstark und enthusiastisch den englischsprachigen Popsong mit. Das klang so süss dass wir einen Moment den Motor abstellen und zuhören mussten. Mit solchen Erlebnissen wird einem klar wie arm und doch glücklich die Einwohner hier sind. Brauchen unsere Kinder Playstations und Markenklamotten genügt es hier Essen auf dem Tisch zu haben um Kinder glücklich zu machen. Später sind wir noch mal zum Ananyana Beach Resort gefahren um die wohl beste Pizza auf der Insel zu essen. Den Abend genossen wir wieder an unserem Alona Beach begleitet mit einem fantastischen Vollmond.
Tag 9 (26.2.05) Libaong Beach
Vom "Stress" der vergangenen Tagen beschlossen wir uns heute erneut an den Libaong Beach zu legen um zu relaxen. Trotzdem sind wir den ganzen kilometerlangen Strand abgelaufen. Dabei wurden wir Zeugen eines interessanten Naturschauspiels. Starker Wellengang hatte abertausende von Quallen angeschwemmt. Es waren so viele dass das Wasser teilweise braun gefärbt war. Am Strand lagen die Quallen die sich nicht mehr ins Wasser retten konnten haufenweise und verendeten in der heissen Sonne. Baden war heute also nicht angesagt obwohl sich einige einheimische Kinder trotzdem ins Wasser wagten und mit den Quallen spielten.
Zurück am Alona Beach habe ich mich in einer Tauchbasis für einige Tauchtrips angemeldet. Das Angebot an Tauchbasen ist sehr gross. Ich habe mich für die Sea Explorer entschieden. Fürs Abendessen haben wir uns heute ganz schick gemacht, denn wir gingen nicht irgendwo essen sondern im Alona Palm Beach Resort, dem besten Club der Insel. Unsere Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Es gab BBQ in der atemberaubenden Gartenanlage und der Service war alles nur vom Feinsten. Jeder Tisch neben dem riesigen beleuchteten Pool hatte seinen eigenen Serviceboy der einem auf Schritt und Tritt begleitete und jeden Wunsch von den Augen ablas. Für diese fantastische Grillbuffet à Discression bezahlten wir inklusive Wein 1500 Peso (24 Euro). Dabei hatten wir schon bedenken zu wenig Geld dabei zu haben. Trotzdem ist es sehr viel Geld wenn man bedenkt dass ein Philippino etwas 8 Tage dafür arbeiten müsste.
Tag 10 (27.2.05) Erster Tauchgang
Am Hausriff habe ich heute meinen Refreshtauchgang absolviert. Obwohl ich nach bald zwei Jahren etwas aus der Übung war hat alles sehr gut geklappt. Da ich die meisten meiner Tauchgänge auf den Malediven gemacht habe, stelle ich nun auch direkte Vergleiche an. Die Korallenvielfalt ist hier fantastisch und kommt nicht im geringsten an die der Malediven heran. Wegen der unkontrollierten Fischerei sind aber kaum grössere Fische zu sehen. Man solle sich hier an den kleineren Dingern erfreuen sagen einem die Divemasters. So gibt es zahlreiche Nacktschnecken, Frogfische, Clownfische etc zu sehen. Auf Haie, grosse Zackenbarsche, Mantas oder 2 Meter lange Muränen wartet man aber vergebens. Auf den Malediven machte ich bereits beim Schnuppertauchgang Bekanntschaft mit einem ein Meter grossem Stachelrochen der direkt über mich hinweg zog. Am Nachmittag traf ich mich wieder mit Diana am Alona Beach und wir genossen die hohen Temperaturen unter den schattenspendenden Palmen mit einer weiteren Massage. Den Tag lassen wir ausklingen mit einem Beach-Candle-Light-Dinner in unserem Lieblingsrestaurant Alona Tropical.
Tag 11 (28.2.05) Ausflug Bohl
Am heutigen Tag stand uns und unserem Motorroller eine harte Prüfung bevor. Die Erkundung Bohols geht nach Tagbilaran in die zweite Runde. Als erstes Ziel nahmen wir den Watch Tower bei Punta Cruz ins Visier. Der Aussichtsturm stammt aus der Zeit als die Insel noch von den Spanier beherrscht wurde (1796). Weiter ging es landeinwärts Richtung Antequera zu den Mag Aso Falls. Ein wunderschöner Wasserfall inmitten tropischen Wäldern. Wir wagten uns sogar ins angenehm kühle Wasser um eine Runde zu schwimmen. Über Strassen die eher ausgetrockneten Flussbetten gleichen wollten wir dann über Balilihan nach Corella fahren um die Tarsier zu besuchen was uns jedoch nicht auf Anhieb gelungen ist. Nach vielen, sehr vielen Kreuzungen und Abzweigern ohne jegliche Wegweiser haben wir und gnadenlos verfahren. Mit schmerzendem Hintern kamen wir irgendwann in einem kleinen einheimischen Dörfchen an wo die Strasse dann auch nicht mehr weiterführte. Wir stellten den Roller ab und sofort waren wir von einigen Philippinos umzingelt. Wir erklärten den neugierigen Menschen, die wahrscheinlich nicht jeden Tag Besuch dieser Art haben, wo wir eigentlich hinwollten. Während einer loszieht um einen Stift zu holen kratzt ein anderer ein wirres Durcheinander von Linien und Kreisen auf den Boden und gibt in gebrochenem Englisch eindeutig zweideutige Erklärungen dazu ab. Mittlerweile ist wohl das ganze Dorf versammelt und alle wollen uns irgendwie helfen. Als wir dann noch eine handgemalte Wegskizze auf Papier bekommen machten wir uns wieder auf den Weg. Der Abschied war als hätten wir 10 Jahre in diesem Dorf gelebt. Alle winkten und wünschten uns viel Glück. Es wurden sogar die Strassen für uns gesegnet. Tatsächlich schafften wir es mit der Skizze den Weg nach Corella zu finden auch wenn wir einige halsbrecherische Hindernisse überwinden mussten. Einmal führte der Weg über das Gerüst einer neuen grossen Betonbrücke die sich im Bau befand. Die Strassen waren manchmal so schlecht dass wir uns fragten ob wir überhaupt noch auf der Strasse sind. Endlich im Tarsier Sanctuary angekommen war leider bereits geschlossen. Sehr gerne hätten wir die putzigen kleinen Tarsier noch gesehen. Auf der Rückfahrt wollten wir kein Risiko mehr eingehen und haben deshalb an jeder Kreuzung nach dem Weg gefragt was zu weiteren interessanten und lustigen Begegnungen führte. Wir stellten fest, jeder aber wirklich jeder Philippino ist immer offen, freundlich und hilfsbereit und hat nie mehr wie zwei Zähne. Dieser heutige Ausflug war sehr eindrücklich und hat uns viel über Land und Leute verraten.
Tag 12 (1.3.05) Tauchen und Relaxen
In einer gemütlichen 4-er Gruppe habe ich am Morgen mit Olaf, Eva und Arne, dem Chef der Sea Explorer Tauchbasis, meinen zweiten Tauchgang gemacht. Wieder vor der Küste der Alona Beach jedoch ein paar hundert Meter westlich beim Kalipayan Tauchplatz. Wie beim ersten Mal waren auch heute keine grösseren Fische zu sehen. Aber eben, man solle auf die kleinen Dinge achten und so war dann das Highlight ein faustgrosser knallgelber Frogfisch. Auf Grund seiner sehr guten Tarnung braucht es schon grosse Erfahrung um dieses Tier zu erkennen. Arne hat ihn mit dem Zeigefinger schon fast berührt bis auch ich ihn endlich sah. Zurück am Strand haben wir uns heute mal statt der Massage eine Manicure und Pedicure gegönnt. Ein Stunde lang wird uns an Fingern und Zehen gefeilt, gekratzt und bei Diana sogar lackiert. und das zum unschlagbaren Preis von 150 Peso (2.40 Euro). Abendessen haben wir uns heute selber gekocht. Die Spaghetti mit Tomatensauce und Wein schmeckten auf unserm gemütlichen Balkon hervorragend.
Tag 13 (2.3.05) Tarsier
Heute wollen wir den Tarsierbesuch noch nachholen den wir wegen unserer Fahrkünste am letzen Montag verpasst haben. Trotz einigen erneuten Umwegen haben wir es gegen Mittag geschafft die Tarsier Sanctuary zu erreichen. Tarsier sind kleine putzige Tierchen mit riesigen Glotzaugen, Rattenschwanz und grosser Ähnlichkeit mit ET. Sie gelten als kleinste Halbaffenart der Welt. Die Tierchen die gerade mal etwa 10cm gross sind leben ausschliesslich auf den Philippinen. Tarsier schlafen den ganzen Tag festgeklammert an Ästen. Nur nachts werden sie aktiv und jagen Insekten. Dabei können die kleinen Dinger mehrere Meter von Baum zu Baum springen. Die Tarsier Sanctuary ist eine Forschungsstation in der die Tiere in riesigen begehbaren Gehegen gehalten und studiert werden. Man erhofft sich damit das Überleben der aussergewöhnlichen und vom Aussterben bedrohten Spezies. Es war sehr ruhig, wir waren die einzigen Gäste und den netten Angestellten der wohl Kassier, Forscher und Hauswart zu gleich war mussten wir zuerst aus tiefstem Schlaf reissen. Dann aber führte er uns in die Gehege und zeigt uns die süssen kleinen Tarsier. Auf dem Rückweg versuchen wir noch mal den Hinag Danan Cave im Norden Panglaos zu finden. Da wir nun schon etwas Inselerfahrung haben und wir jeden herumlaufenden Philippino nach dem Weg fragen haben wir den Cave tatsächlich gefunden. Gegen ein kleines Eintrittsgeld konnte man eine steile Treppe in eine Höhle hinabsteigen und einen unterirdischen See entdecken. Eigentlich nichts spektakuläres wenn da nicht noch hunderte von Fledermäuse gewesen wären die durch eine kleine Öffnung ins Freie ein und aus geflogen sind und dabei ein riesen Geschrei und gequitsche gemacht haben.
Tag 14 (3.3.05) Sonnenbrand
Der heutige Tag war wieder voll dem Tauchsport gewidmet. So fuhren wir am Morgen, ohne Diana, raus zum Flachwasserbereich an der Westküste Panglaos um die beiden Tauchplätze Puntod Island und Gak-Ang Island zu betauchen. Es gab wieder atemberaubende Korallen zu sehen, Wasserschlangen, natürlich jede Menge Nacktschnecken und ein ziemlich grosser Steinfisch. Der Puntod Tauchplatz ist ausserdem beeindruckend wegen der Korallenwand die aus dem Flachwasser plötzlich 40 Meter senkrecht in die Tiefe sticht. Beim Abtauchen hat man das geile Gefühl eines Basejumps in Zeitlupe. Das war wohl derart beeindruckend dass ich sogar vergessen habe mich auf dem Schiff einzucremen und mir einen kleinen, naja ziemlichen Sonnenbrand geholt habe.
Mit einer dicken Schicht kühlender Aprés-Sonnencreme gingen wir heute bei Tom's Mistral Restaurant dinieren. Tom ist Schweizer und war Gerüchten zufolge zuvor offenbar Chefkoch im Berner Schweizerhof. Nun ist er hier und kocht für seine Gäste Zürcher Geschnetzeltes das auf dem Balkon seines eigenen Hauses serviert wird. Das das Wohnhaus gleichzeitig als Restaurant genutzt wird zeigt eigentlich nur wie unkompliziert die Mentalität hier ist. Während des Essens, das Zürcher Geschnetzelte war übrigens vorzüglich, philosophierten wir über Land und Leute und stellten fest dass sich unsere Einstellung bereits total gewendet hat. Waren wir doch anfangs noch skeptisch und beeinflusst wegen Terrorwarnungen, Kriminalität und Armut, wir haben sogar die Tasche während dem Schlafen am Strand festgekrallt, so könnten wir uns jetzt bereits schon vorstellen längere Zeit hier zu leben wie das schon viele Schweizer und Deutsche machen. Verlockend, wenn man bedenkt dass ein Haus zu bauen hier nur etwa 10'000 Euro kostet, die Menschen freundlicher sind als sonst irgendwo und dazu noch fast immer die Sonne scheint. Den heutigen Schlummi geniessen wir in der Hängematte im Garten unseres Resorts. Es ist eine klare warme Nacht mit tausenden von Sternen und einer fantastischen Milchstrasse wie man sie in Europa nur selten zu sehen bekommt.
Tag 15 (4.3.05) Der Danao Beach
Mit dem Roller fuhren wir heute an den Danao Beach im Westen der Insel. Wir unternahmen eine kleine Wanderung, zunächst etwa 3 Kilometer entlang dem weissen Sandstrand, dann durch den wunderschönen dichten Palmenwald zurück. Es herrschten auch heute wieder Temperaturen deutlich über 30°C. Wir besuchten die paar wenigen Resorts die es auf dieser Seite der Insel gab. Alle Resorts waren fast menschenleer wie wir uns das mittlerweile gewohnt sind. Nach einem kühlen San Miguel im Calipso Swiss Restaurant fuhren wir wieder zurück an den Alona Beach. Beim Nachtessen in der Oops-Bar kämpfte Diana mit einem riesigen Red Snapper der in ganzem Stück gebraten über den Tellerrand herausragte. Später trafen wir noch Annabelle, Pascale und Michael an der Bar die ebenfalls im Sun Apartelle logieren.
Tag 16 (5.3.05) Chocolate Hills
Wow, heute machen wir uns auf den Weg um endlich das Wahrzeichen Bohols zu sehen. Die Chocolate Hills liegen bei Carmen mitten auf der Insel Bohol und sind zur Abwechslung mal auf befestigten Strassen erreichbar. Nach etwa zwei Stunden Fahrt mit unserem Roller sind wir auch schon am Ort des Geschehenes angekommen. Seit wir auf den Philippinen sind haben wir noch nie so viele Touristen gesehen. Leute aus verschiedenen Nationen, allen voran mit Kameras bewaffnete Japaner die gleich mit grossen Reisebussen auffahren. Die Chocolate Hills sind wirklich eine Attraktion der besonderen Art. Auf einer Fläche von 50 Quadratkilometer verteilen sich 1268 grasbewachsene Hügel. Den Namen bekamen die Chocolate Hills weil im Sommer das abgedörrte Gras die Hügel braun färbt. Für die Entstehung dieses Naturschauspiels gibt es viele Theorien, keine davon wurde aber je wissenschaftlich belegt. Auf einem der Hügel wurde der Chocolate Hills Complex errichtet von dem aus man für 10 Peso (0.15 Euro) eine fantastische Aussicht auf die bizzare Hügellandschaft geniessen kann. Eigentlich ein perfekter Ausflug wären da die unglaublich lauten Japaner nicht gewesen.
Wir entschlossen uns über einen kleinen Umweg über Sierra Bullones nach Hause zu fahren. Der kleine Umweg führte zu einem mehrstündigen und etwa 40 Kilometer langem Ritt über Bohols Schotterpisten. Trotz schmerzendem Hintern hat sich der Weg gelohnt. Wir hatten nette Begegnungen mit Einheimischen und durch die kleinen Dörfer wurden wir mit dem freundlichen Gejubel der Kinder begleitet. Wir sahen wunderschöne Reisterrassen, üppige Landschaften und hatten zum Teil atemberaubende Fernsichten. Von Sierra Bullones über den Ilihan Hill kommt man wieder an die Küste nach Jagna, natürlich nur wenn man jede Möglichkeit nutzt nach dem Weg zu fragen. Der Küstenstrasse entlang ging es zurück nach Tagbilaran. Leider ist die Strasse im Umbau und jedes mal wenn uns ein Lastwagen überholte waren wir wie mitten in einer Staubexplosion. Nach diesem strengen aber schönen Tag bot sich ideal das BBQ zum zweiten Mal im Alona Palm Beach Resort an. Heute Nacht erlebten wir zudem noch den ersten Stromausfall. Man sagte uns das komme hier öfters vor und tatsächlich blieb der Strom über eine halbe Stunde weg. Alles war dunkel ausser gerade das Alona Palm Beach Resort, welches sich wohl als einzigstes eine Notstromanlage leisten konnte.

Tag 17 (6.3.05) Der Osten Panglao
Heute wollten wir es etwas relaxt angehen und haben einige Resorts im Osten der Insel besucht. Zuerst waren wir im Blue Sky Sea Resort, nichts besonderes aber dank der erhöhten Lage geniesst man einen wunderschönen Blick aufs Meer. Zum ersten mal mussten wir hier Eintritt in ein Resort zahlen. Offenbar sucht man wegen der wenigen Gäste nach neuen Einnahmequellen. Aber der Eintritt von 100 Peso pro Person (1.60 Euro) wurde dann an die Kosten unseres Frühstücks angerechnet und da das Frühstück genau 100 Peso kostete mussten wir nicht mal mehr etwas drauf zahlen. Als nächstes machten wir einen kurzen Abstecher zum Bikini Beach der heute sehr stark von einheimischen Sonntagsausflügern bevölkert wurde. Wir waren mal wieder weit und breit die einzigen Touristen. Die Menschen musterten uns, waren aber sehr freundlich. Man bot uns sogar an am Picknick teil zu nehmen. Wir verzichteten aber darauf und machten uns wieder vom Acker. Zum Schluss fuhren wir noch auf den Hügel ganz im Osten der Insel zum Bohol Plaza Hotel. Auch hier mussten wir den Eintritt von 100 Peso (1.60 Euro) bezahle wovon aber nur 50 Peso an die Konsumation angerechnet wurde. Das Bohol Plaza ist eine für hiesige Verhältnisse sehr noble Residenz von dem man, dank der Berglage, eine wunderbare Aussicht auf die Insel Bohol und der Stadt Tagbilaran geniessen kann. Obwohl das Hotel recht gross war haben wir während unseres ganzen Aufenthalts nur gerade einen Gast gesehen. Ach ja, und eine japanische Reisegruppe die kurz den Balkon stürmte, Fotos von der Aussicht machte und nach 5 Minuten wieder abzogen. Gegen Abend zogen dunkle Wolken auf und es setzten erstmals seit unserer Ankunft kurze Regenschauer ein. Nachtessen am Strand bei Kerzenschein war also heute nicht angesagt und so gingen wir noch mal zum Italiener. Das Kamalig Restaurant ist der Geheimtipp für Liebhaber der italienischen Küche. Für das romantische Essen zu zweit mit Vorspeise, Hauptgang und einer Flasche Merlot bezahlten wir 650 Peso (10.50 Euro). In der Nacht setzte starker aber warmer Regen ein und man spürte förmlich wie die Pflanzen und der trockene Boden das Wasser gierig aufsaugen.
Tag 18 (7.3.05) Regen Regen Regen
Trotz Regen fuhren wir heute mit dem Boot zum Puntod und Doljo Point an der Westküste um zwei weitere Tauchgänge zu unternehmen. Es ist schon faszinierend welch eine Ruhe einsetzt sobald man in die Tiefe abtaucht. Man spürt nichts mehr vom Regen, Wind und dem heute doch recht starken Wellengang. Man ist wirklich in einer anderen Welt. Den Nachmittag haben wir im gedeckten Restaurant im Sun Apartelle bei ein zwei Bier verbracht. Später sind Annabelle, Pascale und Mike noch dazu gestossen. Noch später haben wir Abendessen bestellt und aus den ein zwei Bier wurden plötzlich über ein Dutzend. Trotz Dauerregen genossen wir einen gelungenen, lustigen und gemütlichen Abend.
Tag 19 (8.3.05) Tagbilaran
Nach dem es nun seit 36 Stunden ununterbrochen geregnet hat sahen wir heute morgen wieder die Sonne am Himmel. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir nach Tagbilaran um das zweite grosse Shoppingcenter zu besuchen. Island City, so heisst es, ist noch grösser wie das BQ und liegt etwas ausserhalb der Stadt. Vorher mussten wir aber noch einen Geldautomaten aufsuchen weil die Pesos langsam knapp wurden. Mitten in der Stadt an der Carlos P. Garcia Avenue wurden wir fündig. Wir stellten uns in die lange Schlange vor dem Geldautomaten und beobachteten dabei die Leute die zum Teil ziemlich überfordert waren mit dieser "modernen" Technik. Nach etwa 15 Minuten Wartezeit waren wir endlich dran. Der Automat gibt maximal 5000 Peso (80 Euro) raus. Braucht man mehr müssen eben mehrere Bezüge gemacht werden. Unser Tipp an Philippinenreisende: Nicht zu viel Bargeld in Europa wechseln. Mit dem Maestro-Geldautomaten hatten wir mit Abstand den besten Umrechnungskurs. Da wir schon in der Carlos P. Garcia Avenue waren schauten wir noch bei René's Swiss Gourmet Restaurant rein und bestellten uns einen Bananensplitt
Tag 20 (9.3.05) Loboc River
Der letzte Tagesausflug nach Bohol mussten wir heute mit einem neuen Motorrad antreten. Der andere Roller wurde am frühen Morgen von der Leasingfirma abgeholt weil die Raten nicht mehr bezahlt wurden. Auf den Philippinen sind fast alle Fahrzeuge auf Pump, also geleast. Werden die Leasingraten nicht bezahlt wird das Fahrzeug sofort eingezogen und ausser Landes gebracht damit man später wieder ein fabrikneues Fahrzeug zu horrenden Wucherzinsen leasen muss. Das Leasinggeschäft ist sehr lukrativ und liegt ganz in chinesischen Händen. Wir haben gehört dass die Chinesen auch in anderen philippinischen Wirtschaftszweigen stark involviert sind und die Philippinos oftmals den kürzeren ziehen und abgezockt werden. Doch zurück zu unserem Ausflug. Etwa 20 Kilometer östlich von Tagbilaran mündet der Loboc River ins Meer. Bei der Bootstelle in Loboc charterten wir ein kleines Boot und fuhren flussaufwärts zu den Wasserfällen. Während der ganzen Fahrt erzählte uns der Steuermann was sich beidseits der Ufer befindet. Der Loboc River fliesst durch eine üppige Landschaft mit hohen Bäumen und Palmen. Das Wasser erscheint dadurch in einem satten Grünton. Zurück am Schiffsteg besuchen wir noch den Souveniershop und den kleinen Zoo. Es gab sogar einige Tarsier zu sehen die wir streicheln und mit Insekten füttern konnten. Süss! Wir fuhren noch etwas weiter querfeldein nach Sevilla wo in einem abgelegenen Waldstück eine alte Hängebrücke den Loboc River überspannt. Die Brücke war wirklich sehr alt und man konnte sich kaum vorstellen dass sie unser Körpergewicht noch zu tragen vermag. Doch als plötzlich eine alte Frau mit langsamen Schritten über die Brücke kam wagte ich es auch. Es schaukelte ziemlich arg und die alten Bretter knarrten unter meinen Füssen. Die alte Frau blieb noch eine Weile bei uns und erzählte uns ganz euphorisch und in einem philippinischen Dialekt eine Wahnsinnsgeschichte. Wir verstanden kein einziges Wort doch anhand der Gestik ging es um Bambussprossen das sie mit ihrem grossen Buschmesser schneidet und dann kocht. Sie zeigte uns ihre heutige Ernte und hielt uns die geschälten Sprossen unter die Nase.
Nach den letzen beiden verregneten Abenden freuten wir uns heute wieder auf das Openair-Candlelight-Dinner im Alona Tropical. Der klare Sternenhimmel kam wegen des erneuten Stromausfall noch besser zur Geltung und bestellt man dazu noch die Camaron Shrimps Sweet & Sour kann der Abend nicht mehr perfekter werden.

Tag 21 (10.3.05) Letzter Tauchgang
Langsam geht es dem Ende zu und so ging ich heute ein letztes mal auf das Tauchboot. Wir fuhren zur kleinen Insel Balicasag die ein paar Kilometer südwestlich von Panglao liegt. Zuerst betauchten wir den Black Forest wo wir zwei schöne Turtles gesehen haben. Am zweiten Platz, dem Divers Heaven, bekamen wir eine grössere Formation Barrakudas zu sehen. Wegen den fantastischen korallenbewachsenen Überhängen gilt der Divers Heaven als schönster Tauchplatz der Gegend.
Alles machen wir nun plötzlich "zum letzen Mal". Zum letzen Mal tauchen, zum letzten Mal in der Oops Bar essen, zum letzen Mal nachts in der Hängematte liegen und allmählich wird uns klar wie sehr wir das alles hier vermissen werden.
Tag 22 (11.3.05) Letzter Tag
Nun ist er gekommen der letzte Tag. Am Libaong Beach tankten wir noch mal kräftig Sonne und genossen eine letzte Massage am Strand. Für den Abend reservierten wir sogar einen Tisch im Alona Tropical damit wir auch ganz sicher das letzte Abendessen in unserem Lieblingsrestaurant geniessen konnten. Spät Nachts haben wir dann bereits das meiste in unsere Koffer gepackt und waren somit wenigstens materiell bereit die grosse Reise morgen früh anzutreten.
Tag 23 (12.3.05) Manila
Nach den Check Out Formalitäten und dem familiären Abschied der Sun Apartelle Crew fuhren wir im Taxi zum Flughafen Tagbilaran. Im kleinen Check In Raum der eher einem Basar gleicht spielten sich wie schon erwartet wieder unglaubliche Szenen ab. Da wir aber mittlerweile abgehärtet waren konnten wir uns dem treiben amüsiert hingeben. Weil das Geld für einen Röntgenapparat fehlt wurden unsere Koffer nicht durchleuchtet sondern geöffnet und durchsucht. Wer schon mal drei Wochen in den Tropen Urlaub gemacht hat weiss wie gut die Kleider danach riechen. Es gab kaum technische Hilfsmittel, die Bordkarte wurde von Hand ausgefüllt und die Flughafentaxe wurde gleich bar abgerechnet. Der Flug nach Manila ist gut verlaufen aber die nächsten Abenteuer liessen nicht lange auf sich warten. Zunächst mussten wir vom Domestic Aerport zum International Airport der etwa 3 Kilometer entfernt war. Wir handelten dafür mühsam ein Taxi von 500 auf 200 Peso (3.20 Euro) runter. Im International Airport angekommen suchten wir ein Schliessfach um unsere Koffer bis am Abend zu verstauen, was sich als sehr schwierig herausstellt. Nicht einmal die Dame am Informationsschalter wusste dass es Schliessfächer in diesem Flughafen gibt. Nach langer Fragerei führte uns schliesslich ein Securityman in die unteren Etagen des Gebäudes und tatsächlich fanden wir da einen Gepäckraum in dem wir unsere Koffer abgeben konnten. Mittlerweile war es 14 Uhr, unser Flug nach Dubai ist erst um Mitternacht also suchten wir erneut ein Taxi um nach Manila City zu fahren. Gleich beim Ausgang des International Airports wurden wir mit Angeboten überhäuft. Der beste Preis für eine Fahrt in die Stadt war 550 Peso (8.90 Euro). Wir lehnten ab. Aus unserm Reiseführer wussten wir was zu tun ist. Wir gingen zur oberen Etage wo sich der Eingang zur Abflughalle des Flughafens befindet. Da kommen die Taxis mit Leuten aus der Stadt und müssten leer wieder zurückfahren. Auf diese Weise bekommt man locker den Preis auf 300 Peso (4.80 Euro) runter. Eigentlich unglaublich wie man sich hier gewöhnt wegen 4 Euro derart zu feilschen. Wir besuchten zuerst das Robinsons Place, ein gewaltiges Shoppingcenter in dem man sich spielend verlaufen kann. Für jede Marke die ich irgendwo auf der Welt schon mal gesehen habe gibt es hier einen Laden. Ein Fest für Shoppingfans! Gegen Abend gingen wir zur Strandpromenade Manila Baywalk. Hier steigt jeden Abend ab 17 Uhr ein Fest mit Live Musik und unzähligen Ständen, Bars und Restaurants. Spaziert man durch die Stadt wird man leider auch Zeuge der grossen Armut. Anders als auf Panglao oder Bohol wird hier gebettelt und das nicht zu knapp. Die Frauen schicken ihre kleinen Kinder los die einem hunderte Meter mit der hohlen Hand folgen. An einer Ecke lag sogar ein Kleinkind einfach alleine auf der Strasse. Nichts für schwache Nerven. Vom Luneta Bordwalk, einer grossen aufs Meer gebauten Plattform, hat man einen sensationellen Blick auf die Skyline Manilas. Schaut man aufs Meer hinaus kann man einen herrlichen Sonnenuntergang erleben. Leider für uns der letzte auf den Philippinen. Um Mitternacht startet unsere Maschine nach Dubai und nach einem kurzen Aufenthalt geht es zurück in unsere Heimat.
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Marilou Rosaga & Peter Janowski, Samal Island,Mindanao , Ph.
