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Diesen Urlaub mussten wir uns hart verdienen. Nach einer Stunde Flug wendete das Flugzeug plötzlich und kehrte wegen technischen Problemen zurück nach Zürich. Den ganzen Tag verbrachten wir mit Warten und Wein trinken an der Bar im Abfluggate. Am Abend kam dann die schon irgendwie erwartete Meldung dass unser Flug für heute gestrichen wurde und wir die Nacht im Hotel verbringen müssen. Viele Stunden und fast zwei Flaschen Wein später gingen wir ziemlich frustriert zu Bett. Da aber die Malaysia Airlines den ganzen Wein bezahlt hat konnten wir dann doch noch sehr gut schlafen *hicks*.
Am nächsten Tag sassen wir nach erneut zwei Stunden Verpätung im Ersatzflugzeug und wären eigentlich bereit gewesen für den Abflug wenn da nicht, man glaubt es kaum, schon wieder technische Probleme aufgetreten wären. Diesmal schafften wir es gerade mal 100 Meter vom Gate wegzurollen. Das Spiel begann von vorne: Aussteigen, Warten, Wein trinken. Schön dass wir dann am Abend endlich mit einem funktionierenden Flugzeug unsere Reise antreten konnten. Natürlich war unser Anschlussflug in Kuala Lumpur bereits weg was erneut zu exorbitanten Wartezeiten führte und natürlich kamen wir in Terengganu zu so später Stunde an dass der Bootstransfer auf unsere Insel auf den nächsten Tag verschoben werden musste. Nach vollen drei Tagen Reisezeit (normalerweise 22 Stunden) waren wir endlich am Ziel: Willkommen auf der Insel Redang!

Redang ist eine kleine Insel im Nordosten von West-Malaysia. Der Bootstransfer ab Merang bei Kuala Terengganu dauert ca eine Stunde. Die hügelige Insel ist fast vollständig mit Regenwald bewachsen und es gibt nur sehr wenige Einwohner. In den wunderschönen Buchten rund um die Insel haben sich einige Resorts angesiedelt welche fast ausschliesslich nur übers Wasser erreichbar sind. Wir fuhren an den ca 1,5 km langen Pasir Panjang Long Beach wo sich auch unser Laguna Redang Island Resort befindet. Das Hotel ist im klassischen malaiischen Baustil errichtet und 2004 eröffnet worden. Es ist mit seinen 212 Zimmern das (noch) grösste Resort an diesem Strand. Da die Insel international noch nicht so bekannt ist, wie beispielsweise Langkawi, sind nur selten Europäer anzutreffen. Hauptsächlich einheimische Touristen nutzen die 3-Tages-All-Inklusiv-Angebote der Resorts und wie es sich für asiatische Touristen gehört wird immer alles in grossen, sehr grossen Gruppen unternommen. Täglich werden für die geführten Schnorchelausflüge mehrere 100 Asiaten gleichzeitig in roten Schwimmwesten auf die Boote gepfercht und zu Nachbarinseln gefahren. Die Hauptbeschäftigung neben dem Schnorcheln ist aber das Essen und das nicht zu knapp. Drei mal täglich wird im Buffetrestaurant reingehauen was das Zeug hält. Dazu aber später noch mehr.

Grosser Vorteil für uns: Da sich ständig fast alle asiatischen Touristen auf Schnorchelausflügen, beim Essen oder beim Ein- und Auschecken befanden hatten wir oft das Gefühl völliger Einsamkeit. Nicht selten hatten wir den gesamten Strand nur für uns. Ach ja der Strand... Hatte ich schon erwähnt dass der Strand postkartenmässig perfekt war? Weisser Sand fein wie Puder und glasklares 27 Grad warmes Wasser. Wir organisierten unsere eigenen Schnorchelausflüge, nur zu zweit und ohne Schwimmwesten. Man brauchte nicht weit nach draussen zu schwimmen um die Artenvielfalt der Fische und Korallen zu bestaunen. Jede Menge Drückerfische, Soldatenfische, Flötenfische, Trompetenfische, Kugelfische, Fledermausfische, Clownfische und sogar Riffhaie tummelten sich nur wenige Meter vom Strand entfernt. Auf meinen Tauchausflügen konnte ich zudem noch riesige Barrakudaschwärme, Muränen und Turtles antreffen. Tauchen ist sehr günstig und wird von allen Resorts angeboten (ca 23 Euro pro Tauchgang inkl. Ausrüstung). Ausserdem ist man oftmals nur zu zweit mit dem Tauchguide unterwegs da Tauchen nicht im 3-Tages-Arrangement der einheimischen Touries enthalten ist.

Drei mal sind wir zu Fuss auf die andere Seite der Insel gepilgert. Der Trampelpfad beginnt gleich hinter dem Coral Redang Island Resort und führt entlang eines Stromkabels durch den Dschungel. Auf dem abenteuerlichen Trip durch den Regenwald trifft man auf allerlei Getier wie zB Schlangen, Leguane, Termiten, exotische Vögel und sogar Affen. Das Gezirpe von Grillen und anderen Insekten klang wie eine schrillende Sirene und war so laut dass es einem schon etwas Respekt einflösste. Tipp: Wasser mitnehmen denn man schwitzt sich fast die Eingeweide raus. Nach gut einer Stunde kamen wir auf der anderen Seite an und spätestens dann wussten wir dass sich die Strapazen gelohnt haben. Vor uns lag ein menschenleerer, weisser Sandstrand in einer Bucht mit fast kitschig wirkendem türkisblaum Wasser. Einfach unbeschreiblich schön! Von den vielen Touristen auf der Insel werden nur ein paar wenige diesen atemberaubenden Anblick geniessen können weil der Pfad offenbar noch als Geheimtip gilt. Selbst wenn sie es wüssten würden die von Stress geplagten 3-Tages-Touristen wohl eher das Buffet im Hotel vorziehen denn ein Restaurant sucht man hier vergeblich.
Wir gingen den Strand entlang Richtung Westen wo ein weiterer Pfad zu einer Strasse führte. Die Strasse wiederum führte über einen Hügel zum Berjaya Radang Beach Resort, das einzige Resort auf dieser Seite der Insel. Für Leute die absolute Ruhe suchen und durchaus bereit sind jeden Tag im selben Restaurant zu essen ist das Berjaya die richtige Wahl. Unterhaltungsmöglichkeiten ausserhalb des Hotels gibt es keine. Dafür ist die Anlage, eingebettet in einen üppigen Tropengarten, wirklich einer der schönsten Plätze dieser Welt.

Nun noch ein Wort zum Essen. Am ersten Abend haben wir uns im Buffetrestaurant im ersten Stock des Laguna Resorts eingefunden und waren schockiert. Alle, wirklich alle asiatischen Gäste frassen sich durch das Buffet als wäre es ihre Henkersmahlzeit. Von romatischem Inselfeeling keine Spur. Die Tische waren überladen mit allem was das Buffet hergab. Allein mit den "Resten" die nach dem Essen auf jedem Tisch verstreut waren hätte man bei uns ganze Familien ernähren können. Das schlimme ist, dieses Ritual wurde drei mal täglich zelebriert. Keine Ahnung woher diese verschwenderische Esskultur stammt. Der erste Stock war für uns von nun an jedenfalls tabu.
Zum Glück gab es im Erdgeschoss noch ein gemütliches à la Carte Restaurant wo man von dem ganzen Rummel nichts mitbekam. Kein Wunder, wir waren immer alleine und genossen einen hervorragenden Service. Weitere Restaurants gabs in den anderen Resorts am Strand. Da war zum Beispiel das Redang Beach Resort mit dem Restaurant unter Palmen unmittelbar am Strand oder das gemütliche Restaurant im Coral Redang Island Resort etwa 10 Minuten Fussmarsch über den Strand entfernt. Wir bevorzugten meist Seefood mit Fisch, Krabben und Garnelen was überall in verschiedensten Variationen und in bester Qualität angeboten wurde.

Am 15. März packten wir unsere Koffer und flogen zurück nach Kuala Lumpur. Nachdem wir uns im Swiss Garden Hotel einquartiert hatten zogen wir gleich los um die Stadt zu erkunden. Als erstes besuchten wir das etwa 400 Meter entfernte Times Square an der Jalan Imbi. Ein 15-stöckiges Einkaufscenter mit über 900 Geschäften, 45 Restaurants, 3D-IMAX Kino und sogar ein kompletter Indoor-Themenpark mit Achterbahn. Alleine hier hätten wir die nächsten zwei Tage locker durchgebracht. Da KL aber noch ein paar andere Highlights zu bieten hat sind wir mit der Monorail bis zur Station Buktit Nanas gefahren. Nach etwa 800 Meter Fussmarsch standen wir dann vor den Petronas Twin Towers. Ein imposanter Anblick von dem wir uns fast nicht mehr losreissen konnten. Besonders nachts wirkt das 451 Meter hohe Ungetüm durch die effektvolle Beleuchtung wie die Landung eines überdimensionalen Raumschiffes. Den Abend verbrachten wir im angrenzenden Park und in einem der vielen Restaurants rund um die Towers. Besonders zu empfehlen ist die Stars Oyster and Sushi Bar in der man wegen der vielen Ventilatoren trotz schwülster Hitze gemütlich im freien Sitzen kann und die Speisekarte alles bietet was das Herz begehrt. Zu späterer Stunde sind wir noch auf einen Schluck Rotwein in die Jalan Bukit Bintang gefahren. DIE Ausgehmeile der Stadt!
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Taxi zum KL Tower. Ein 421 Meter hoher Fernsehturm von dem man eine atemberaubende Rundsicht über die ganze Stadt geniessen kann. Übrigens: Bei jeder Fahrt versuchten die Taxifahrer, wohl als Zusatzgeschäft, Stadtrundfahrten zu verkaufen. Davon lässt man aber besser die Finger. Nach einem Abstecher in die Butterfly-und Bird-Parks die sich Westen der City befinden sahen wir uns am Nachmittag noch auf den Märkten Chinatowns um. Hier ist die Stadt noch wie sie früher einmal war. In den Strassen zwischen uralten Gebäuden tummeln sich hunderte Händler und versuchen den Passanten irgendwelche Waren anzudrehen. Ich nutzte die Chance und kaufte mir eine Rolex für 11 Euro, natürlich eine echte, logisch! In Chinatown erlebten wir zudem wie es in Malaysia urplötzlich wie aus Kübeln zu regnen beginnen kann und die Strassen innert Sekunden in Flüsse verwandelt werden. Nach einer Stunde war der Spuk aber schon wieder vorbei und die Wolken verzogen sich wieder. Am Abend sassen wir ein letztes mal bei tropischen Temperaturen im Strassencafe der Bukit Bintang. Dies war für uns der letzte Tag in Kuala Lumpur und auch Malaysia denn um Mitternacht startete unser Flugzeug das uns zurück nach Zürich brachte wo derzeit eine dicke Schneedecke lag und eisige Temperaturen herrschten.

Malaysia ist eine Reise wert. Wir kommen wieder. Selamat tinggal !!!

Kommentare  

 
# Kurt Brüske 2012-07-06 13:38
Kan dem nur zustimmen, werdem Malaysia nie vergessen. 8)
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